Der Erfahrbare Atem - für jede/n
„Atem ist eine führende Kraft in uns,
Atem ist Urgrund und Rhythmus des Lebens,
Atem - ein Weg zum Sein.“
(Prof. Ilse Middendorf).
Sie erhalten bei uns Hilfe, wenn Sie
- das Bedürfnis haben, sich selbst zu erfahren und zu entwickeln,
- sich und ihren Körper atemfähiger, empfindungsbewusster, sammlungsfähiger, durchlässiger und lebendiger vom Atem gestalten wollen,
- gestresst sind und sich nach innerer Ruhe sehnen, die auch in Beruf und Alltag Bestand hat,
- das optimale Gleichgewicht zwischen Überspannung und Unterspannung (= Wohlspannung oder Eutonus erleben wollen),
- ihre Gesundheit stabilisieren möchten,
- ihren eigenen Rhythmus und ihr eigenes Maß entdecken wollen,
- ihre Kreativität wieder in sich entdecken und leben möchten,
- neue Wege gehen wollen und sich auf Veränderungen einlassen wollen,
- Selbstverantwortung für sich und ihr Leben anstreben,
- nach einem Sinn in ihrem Leben suchen.
Atemkurse und Atemtherapie mit dem Erfahrbaren Atem
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten mit dem Atem umzugehen:
- Der Atem bleibt dem Klienten während der Therapie unbewusst (kommt nur bei speziellen psychischen Erkrankungen zur Anwendung).
- Der Atem wird willentlich eingesetzt (zum Beispiel Pranayama Übungen im Hatha Yoga, Holotropes Atmen, Hyperventilation).
- Der Atem wird bewusst zugelassen, aber nicht willentlich beeinflusst (= Erfahrbarer Atem).
Den zugelassene Atem entwickelte Prof. Ilse Middendorf seit 1950. Sie gab ihm mit der Eröffnung des 1. Ateminstitutes (1965) die Bezeichnung "Erfahrbarer Atem".
Die Heilkraft des Atems - von der alle bekannten Hochkulturen wussten – bezeugt sich darin, dass der Atem (wie keine andere Körperfunktion) auf das Engste mit allen physischen und psychischen Vorgängen im Menschen vernetzt ist:
- mechanisch besteht eine Wechselwirkung zwischen Atembewegung und zahlreichen Körperorganen und deren Funktionen;
- kreislaufdynamisch hängt die Atembewegung eng mit der Herzfunktion und dem Körper- und Lungenkreislauf zusammen;
- chemisch wird über die Atmung die Sauerstoffversorgung, der Kohlendioxidspiegel, die Ionenkonzentration und damit die gesamte Stoffwechsellage beeinflusst;
- nervös-reflektorisch wirkt sich die Atmung auf die Organe und deren Funktionen über nervliche Verflechtungen aus;
- zentral-nervös besteht ein tiefgreifender Einfluss der Organmotorik, vor allem der Atem-Motorik, auf die Großhirn- und Bewusstseinsvorgänge des Menschen und damit auf sein Empfindungs- und Gefühlsleben.
In der Formatio Reticularis, einem komplex vernetzten Zentrum in der Tiefe des Stammhirns, strömen alle Informationen zusammen, die im Körper bzw. Gehirn entstehen. Jeder kleinste Reiz, von außen oder innen kommend, verändert die Art und Weise zu atmen, was vom Klienten differenziert erlebt und empfunden werden kann. In der therapeutischen Arbeit mit dem Erfahrbaren Atem steht im Mittelpunkt, was in Ihnen heil, bewusst, gesund und „anwesend“ ist, wodurch Sie Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren und bestimmte Fähigkeiten entwickeln können: zu empfinden, sich zu sammeln, sicherer unterscheiden zu können (zum Beispiel zwischen Empfindungen und Gefühlen) und es wächst die Fähigkeit eine sichere Balance zwischen Hingabe und Achtsamkeit zu finden. Damit steigern sich unter anderem Ihre Durchlässigkeit und Intuition, eine bewusste Anwesenheit auf allen Ebenen und Ihre Freude am Leben.
In dem Maß, wie diese Fähigkeiten wachsen, helfen sie Ihnen bei der Bewältigung von Konflikten, Problemen, Störungen und Krankheiten und je nach Ihrer persönlichen Zielrichtung unterstützen sie Sie bei der Bewusstwerdung und Gesundung Ihres Körpers, Ihres Geistes und Ihrer Psyche.
Die Bedeutung der Atemarbeit für verschiedene Berufe
Neben den oben genannten Zielen und Möglichkeiten der Atemarbeit mit dem Erfahrbaren Atem gibt es speziellere Aspekte: so wird von bestimmten Berufsgruppen geschätzt, dass er die Leistungsfähigkeit und die Qualität der Arbeit steigert. Eine Haltung zum Beispiel, die nicht starr, sondern vom Atem getragen ist und elastisch um eine Mitte schwingt, verleiht allen SängerInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen und TänzerInnen wesentliche Ausdruckskraft. Auch das Lampenfieber kann gemeistert werden.
Eine lebendige Haltung ist ein Kriterium. Durchlässigkeit und Empfindungsbewusstsein für den Leib sind weitere Elemente, die sich auf die Qualität künstlerischer Aussagen auswirken. Tritt zum Beispiel bei StreicherInnen die Bogenführung mit dem Atemrhythmus in eine harmonische Beziehung, wird die Klangqualität (auch für Laien) hörbar besser. LehrerInnen kann der Atem helfen, auch nach mehreren Stunden Unterricht die Tragfähigkeit der Stimme nicht zu verlieren und ihre ausgeglichene Haltung wirkt sich auf die Kinder beruhigend aus.
Auch ReferentInnen machen vielfach die Erfahrung, dass sie nach mehrstündigen Vorträgen weder mit der Stimme Probleme haben, noch übermäßig angestrengt sind.
Für alle Berufe, bei denen Menschen lange sitzen müssen (zum Beispiel im Büro und am Computer), kann der Atem ein Empfindungsbewusstsein vermitteln, das ein ermüdungs- und beschwerdefreies Sitzen ermöglicht, so dass sich z.B. die Schultern nicht mehr verspannen. Auch in Berufen, bei denen Menschen lange stehen müssen, hilft ein durch den Atem geschultes Körperbewusstsein zu vermeiden, dass die Beine schmerzen.
Berufsbild und Standort des Erfahrbaren Atems
Bisher gibt es keine geschlossene psychologische Theorie, die die Erfahrungen mit dem Atem auch nur annähernd zu beschreiben in der Lage ist. Das Berufsbild und die Standortbestimmung finden Sie auf unserer Website. Auf Wunsch versenden wir diese auch per Post.
Der/die TherapeutIn im Erfahrbaren Atem
Zum Abschluss möchten wir auf den Begriff "Therapeut“ eingehen und damit unsere Haltung verdeutlichen, die wir gegenüber den KlientInnen haben. Im Allgemeinen wird Therapeut mit "Heiler" übersetzt. Das griechische Verbum «therapeuein», von dem das deutsche Wort Therapeut abgeleitet ist, bedeutet behandeln, pflegen, verehren und begleiten und erst zuletzt heilen. Der/die TherapeutIn ist also vorwiegend "DienerIn" und BegleiterIn des Atems ihrer KlientInnen. Er/sie ist immer auch LehrerIn, denn sie lehrt den KlientInnen Übungsweisen, die diese bestimmte Atemerfahrungen machen lassen. Insofern ist die Atempädagogin auch heilerisch wirksam und die Atemtherapeutin auch lehrend tätig.